Frühstück

Kriecherl- oder Mirabellenmarmelade mit Orangenlikör | jetzt geht’s ans Eingemachte!

August 11, 2013
Kriecherlmarmelade mit Orangenlikör

Ich liebe es, Marmelade einzukochen (wie unser Blogtitel schon erahnen lässt). Es ist nicht nur der Vorgang des Einkochens an sich, also das Schneiden der Früchte, das Aufkochen etc., sondern vielmehr der Grundgedanke. Um uns herum, und auch in unserem Garten, gedeihen in den Sommermonaten unglaublich viele Früchte, beinahe zu viel, um sie frisch zu essen. Alleine in unserem Garten gibt’s enorme Mengen an Zwetschgen, Mirabellen, Holler, Kräuter und vieles mehr. Es wäre doch schade, all die Früchte ungenutzt zu lassen. Besonders liebe ich auch daran, dass man sich mit einem Glas Sommermarmelade auch im tiefsten Winter ein klein wenig Sonnenschein zaubern kann.

Meine ersten Gehversuche mit Marmelade-Einkochen waren etwas … wackelig. Irgendwie war das Endergebnis immer viel zu süß. Fruchtig-fein, aber um es auf dem Frühstücksbrötchen zu essen eine Spur zu süß. Verwendung finden meine Erstlingswerke aber schon, wie zum Beispiel zum Einstreichen in Kuchen, für Cupcaketoppings usw.. Doch langsam bekomme ich ein Gespür dafür, welche Zuckerart ich bei welchem Obst verwenden muss.

Diesmal lachten mich die Kriecherl (oder zu Deutsch „Mirabellen“) schon so frech vom Bäumchen aus an, dass ich nicht widerstehen konnte und ein paar Gläser Marmelade einkochte. Für mich sind Kriecherl etwas ganz besonders, dicht verwebt mit vielen Kindheitserinnerungen an meine Oma. Mit ihr spazierte ich als  kleiner Stöpsel immer an einem Kriecherlbaum vorbei und stibitzte mir ein paar davon. Heute findet man nur mehr ganz selten solche Bäume/Sträucher. Mir kommt vor, ihnen werden andere bekanntere Früchte vorgezogen. Umso mehr freut es mich, ein altes Exemplar im Garten stehen zu haben.

Kriecherlmarmelade mit Orangenlikör– 2 kleine Gläser

Zutaten:

  • 750 g Kriecherl
  • 250 g Gelierzucker 2:1
  • 1 TL Zitronensäure
  • 2 cl Orangenlikör

Zubereitung:

Kriecherl waschen und kurz in kochendem Wasser blanchieren. Dadurch kommen etwaige Würmchen hoch, also nicht erschrecken. Hauptzweck ist aber, die Früchte besser schälen zu können. Nun die Kriecherl mit kalten Wasser abschrecken, schälen und entkernen. Ich habe sie in diesem Zuge gleich durch ein feinmaschiges Sieb passiert. Das ist übrigens eine ziemlich langwierige Arbeit für relativ wenig Ertrag, wenngleich das Endergebnis wirklich lohnt. Ein Tipp: Streicht auch die Schalen noch einmal durch das Sieb, bevor ihr sie wegwerft. Hier kommt noch einmal recht viel Mus heraus. Nun werdet ihr etwa 400 g Mus übrig haben, das ihr mit dem Gelierzucker und der Zitronensäure etwa 2 Stunden ziehen lasst.

Nun das Mus zum Kochen bringen und etwa 4 Minuten sprudelnd köcheln lassen. Umrühren nicht vergessen! Den Orangenlikör einrühren und noch einmal eine Minute köcheln. Jetzt die sehr heiße Marmeladen in saubere, heiss ausgespülte Gläser füllen. Gläser auf den Kopf stellen und auskühlen lassen.

Wir haben die Marmelade natürlich gleich gekostet und ich muss sagen: Top! Obwohl ich kein Fan von Marmeladen bin, die gar keine Fruchtstücke haben, mundet mir die Marmelade ausgezeichnet. Etwas säuerlich, also nicht zu süß und perfekt für das Frühstücksbrötchen. Moritz freut sich übrigens immer wie ein Honigkuchenpferd, wenn ich Marmelade einkoche. Er liebt den Duft, der sich im Haus ausbreitet ebenso wie ich.

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8 Comments

  • Reply Phinphin August 14, 2013 at 09:52

    Wir haben halt die Standard-Butter im Kühlschrank gelagert. Wenn ich versuche die aufs Brot zu schmieren, zerfetz ich mir das ganze Brot. Also muss ich erst warten bis die Butter weich geworden ist oder ganz vorsichtig sein und feine Scheiben abschneiden. Das ist immer ein riesen Aufwand.

    Du frühstückst jeden Tag? Und jeden Tag Nutella aufs Brot ? ^^

    • Reply Conny August 14, 2013 at 11:46

      Hahaha – kommt mir bekannt vor! Butter kann einem manchmal den letzten Nerv rauben. Aber ich tu sie immer als erstes am Morgen raus und nachdem ich fertig bin, mit meinen morgendlichen Restaurierungsarbeiten, ist auch meist die Butter weich 🙂 Ja, ich frühstücke täglich. Früh morgens ist die schönste Zeit am Tag. Und ja, ich frühstücke täglich Nutella. Manchmal auch wenn kein Brot im Haus ist… Ähem…

  • Reply Corinna August 14, 2013 at 08:59

    Hallo Conny!

    Ich bin auch ein absoluter Fan von selbstgemachter Marmelade! Selbst habe ich mich zwar noch nicht rangetraut aber meine Mutti kocht im Sommer immer so viel Erdbeermarmelade ein, dass ich damit ersteinmal für ne ganze Weile versorgt bin. Lecker!

    Mein To-Go Becher ist im übrigen aus Kunststoff. Finde ich dadurch auch viel praktischer zum Transportieren. Da geht dann nix kaputt und leicht ist er auch 🙂
    Die Limonadenflasche werde ich wahrscheinlich wirklich als Vase einsetzten. Ich bin nur noch am überlegen wohin.

    Liebe Grüße
    Corinna

    • Reply Conny August 16, 2013 at 06:50

      Hi Corinna,
      also über Mama’s Marmelade geht ja mal überhaupt nichts, das versteh ich natürlich! 🙂 Du brauchst aber absolut keinen Bammel vorm Marmelade machen haben. Und wenn doch – es gibt jetzt auch Gelierzucker, der kalt verarbeitet werden kann. Das hab ich zwar selbst noch nicht ausprobiert, aber das wird bestimmt nochmal einfacher sein.

      Mit dem Kunststoffbecher hast du natürlich recht, zum Mitnehmen wäre Glas eher unpraktisch.

      Liebe Grüße,
      Conny

  • Reply Phinphin August 13, 2013 at 14:45

    Ja, Waldfrucht ist echt toll. Aber ich brauche immer Butter auf dem Brot, bevor ich Marmelade drüberstreiche. Das ist mir meist zu viel Arbeit, weswegen ich dann doch zur Nutella greife 🙁

    • Reply Conny August 14, 2013 at 06:57

      Whaaaat?! Zu faul um Butter aufs Brot zu streichen? :))) Genial!
      Also Nutella fehlt bei mir auch nicht beim Frühstück. Oder anders formuliert: Ohne Nutella kann mein Tag nicht starten und ich begegne Allen in grumpy-cat Manier.

  • Reply Phinphin August 13, 2013 at 13:41

    Meine Kindheitserinnerungen mögen zwar etwas getrübt sein, aber irgendwie hatte ich Mirabellen doch eher gelblich in Erinnerung?

    Was die Marmelade betrifft, kommt für mich nur Waldfrucht, Himbeer oder Erdbeer in Frage.

    • Reply Conny August 13, 2013 at 14:08

      Soweit ich weiß, kommen die in unterschiedlichen Farben vor. Die hellen Gelben, die du kennst, und die Dunklen. Dass ich die gelben gekostet habe, ist schon ein Weilchen her. Hier wäre ein Geschmacksvergleich interessant 🙂
      Erdbeermarmelade ist auch superlecker – ein Klassiker! Die Mutter eines Freundes hat diesen Sommer Walderdbeerenmarmelade gemacht. Die war ein Hammer… Leider gab’s davon nur ein kleines Kostpröbchen.

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