Kuchen/Torten

Quitten Upside-Down-Kuchen | nur Mut – trau dich!

Oktober 14, 2015
Upside-Down-Kuchen mit Weißwein-gedünsteten Quitten

Heute muss ich ehrlich zu dir sein: dieses Prachtstück hier braucht Zeit. Und Fingerspitzengefühl. Es ist kein Kuchen, den man gschwind mal in der Rührschüssel mixt, kurz bevor der Sonntagsbesuch kommt.

Aber das ist okay. Denn Geschmack und Konsistenz dieses Quitten-Upside-Down Kuchens ist grandios. Es zahlt sich aus, ein bisschen mehr Aufwand in ihn zu investieren. Die Quitten haben ein ganz sanft-fruchtiges Aroma, das sich perfekt mit dem Weißweinsud ergänzt. Bitte lasse diesen Schritt nicht aus! Die Quitten müssen unbedingt vorher pochiert werden, bevor sie in den Kuchen wandern.

Zugegeben. Ein Upside-Down-Kuchen braucht Mut, denn irgendwie weiß man vorher nie, wie er am Ende aussehen wird. Doch mit ganz wenig Aufwand entsteht ein spektakulärer Look, der ganz ohne künstlichen Schnickschnack auskommt. Geb dir einen Ruck – probier es aus!

Upside-Down-Kuchen mit Weißwein-gedünsteten Quitten

Quitten Upside-Down-Kuchen – für eine 18 cm Springform

Für die pochierten Quitten:

  • 1 Vanilleschote
  • 1 Zitrone
  • 780 ml Wasser
  • 190 ml Weißwein
  • 80 g Rohrzucker
  • 550 g Quitten

Für den Kuchen:

  • 90 g weiche Butter
  • 80 g Rohrzucker
  • Vanillesamen von der Schote (siehe oben)
  • 2 kleine Eier
  • 25 g geriebener Ingwer
  • 160 g glattes Weizenmehl
  • 1,5 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 95 g Creme Fraiche

Als erstes müssen wir die Quitten pochieren, bevor sie sich an den Kuchen kuscheln können. Das könnt ihr auch am Vortag zubereiten, so wie ich. Die Vanilleschote in der Mitte aufschneiden und die Samen mit der Rückseite des Messers heraus kratzen. Die gebt ihr beiseite für den Kuchenteig. Die Schote in einen großen Topf geben. Mit einem Gemüseschäler ein paar Stücke der Zitronenschale abnehmen – 5 reichen gut aus. Die Zitronenschale ebenfalls in den Topf geben. Den Saft der Zitrone in den Topf pressen, gemeinsam mit dem Wasser, dem Wein und dem Zucker. Das ganze zum Kochen bringen, während wir die Quitten vorbereiten. Die Quitten befreien wir auch von der Schale. Geschälte Quitten einmal quer in Hälften schneiden, die Samen und den Quitten-Putzen allerdings drin lassen. Quitten in den Topf zur Flüssigkeit geben. Gebt nun auf die Quitten einen kleinen hitzebeständigen Teller, damit die Früchte immer ganz mit Wasser bedeckt sind. Die Quitten müssen auf diese Weise 1-1,5 Stunden bei simmernder Flüssigkeit pochieren. Achtet darauf, dass die Quitten immer mit Wasser bedeckt sind und gießt welches nach, falls zu viel verdampft. Am Ende sollen die Quitten weich sein und eine rosige Farbe angenommen haben. Sobald sie fertig sind, holt die Früchte aus der Flüssigkeit und lasst sie abtropfen. Die Quitten mit einem Melonen-Ausstecher entkernen und in Spalten schneiden. Die verbleibende Flüssigkeit bei mittlerer Temperatur auf die Hälfte einkochen lassen, bis sie dickflüssig ist.

Nun zum Kuchen – der geht jetzt ganz schnell. Versprochen! Den Backofen auf 175° vorheizen und die Springform mit Backpapier ausstatten. Ich schneide dann immer die Ränder des Papiers ab, damit es nicht übersteht und stört. Mit Butter gut fetten. Die Quittenspalten im Kreis auf den Boden der Springform legen, sodass sie eng aneinander liegen und sich ein wenig überlappen. Falls ihr jetzt noch Quittenspalten übrig habt, schneidet sie einfach in Würfel und gebt sie später in den Teig.

Gebt die weiche Butter mit dem Zucker und dem Vanillemark in eine große Schüssel und schlagt sie so lange auf, bis sie hell und fluffig ist. Die Eier einzeln dazu geben und gut mixen, danach den Ingwer zugeben. Bei niedriger Geschwindigkeit siebt ihr die Hälfte des Mehls mit dem Backpulver zur Buttermasse. Creme Fraiche einrühren. Nun kommt der Rest des Mehls zum Teig. An dieser Stelle kommen die gewürfelten Quitten dazu. Den Teig gleichmäßig über die Quittenspalten in die Springform füllen und glatt streichen.

Auf mittlerer Schiene etwa 50 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen! Je nachdem, wie saftig eure Quitten noch waren, kann sich die Backzeit etwas verlängern. Den Kuchen ganz abkühlen lassen (ich weiß, das ist schwer!) und auf einem schönen Teller kopfüber aus der Form lösen. Das Backpapier entfernen und das herrliche Muster der Früchte bewundern. So natürlich – so schön! Mit dem eingedickten Quittensirup beträufeln und servieren.

Upside-Down-Kuchen mit Weißwein-gedünsteten Quitten

Mittlerweile sind Quitten rare Spezialitäten, die man nur noch auf Märkten erhält. Das Obst, eine Mischung aus Apfel und Birne, ist roh fast nicht essbar, weil das Fruchtfleisch zu holzig ist. Aus diesem Grund werden Quitten meist gegart angeboten. Oder eben in Kuchen. Bei Quitten musst du unbedingt schnell sein, denn die Saison dauert nur September bis November.

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3 Comments

  • Reply Jutta von Kreativfieber November 24, 2015 at 11:07

    Ich liebe Quitten – und kenne zum Glück auch jemanden der mir jedes Jahr wieder etwas von seiner Ernte abgibt 🙂 Dein Rezept probier ich sicher mal aus! Viele Grüße 🙂

  • Reply Homemade Deliciousness Oktober 14, 2015 at 20:09

    Jaaaaa ein Quitten-Rezept! Das kommt mir wie gerufen denn ich habe 5 kg geschenkte Quitten herumstehen und außer Marmelade fällt mir nichts ein. Und in Weißwein pochieren kann ja nur gut werden – niemals würde ich diesen Schritt auslassen 😉
    LG, Elisabeth

  • Reply Krisi Oktober 14, 2015 at 10:46

    Wow der Kuchen sieht toll aus!Mit Quitten habe ich bisher nichts anderes probiert als Quitten-Gelee, aber der Kuchen sieht köstlich aus und ich würde sehr sehr gerne ein Stückchen probieren;)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

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